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Tag-Archiv für 'Schweiz'

Jazz &postaweek2011 | 25 Mai 2011

The Overtone Quartet – Marians Jazzroom Bern Innere Enge 2011-04-23

Overtone Quartett

Raue Skizze der Band auf der Bühne wg. Fotoverbot.

Auf dieses Konzert habe ich mich besonders gefreut und das zu Recht, wie sich herausstellte. Zuerst jedoch begann alles mit einer kurzen Verwirrung. Der Bassist Dave Holland kam nicht. Bedauerlicherweise ist seine Frau schwer erkrankt, da mag er nicht von ihrer Seite weichen. Das ist verständlich und bedauernswert und ich wünsche eine baldige Genesung.

Statt dessen wurde der Bassist Drew Gress bemüht. Und dieser passt prima zu Jason Moran (p, rhodes) und Eric Harland (dr), die beide zusammen im Charles Lloyd New Quartett spielen. Zu dritt grooven und jammen sie, als ob sie noch nie etwas anderes gemacht hätten und wirken dabei so mühelos, dass Chris Potter (ts), der ebenfalls eine respektable Leistung vollbringt, dabei etwas bemüht wirkt mitzuhalten. Dieser Meinung ist übrigens auch Der Bund.

Wer Moran und Harland in der Band hat, benötigt keinen zusätzlichen Percussionisten und wenn Moran eine Glasflasche parat hat, wird er sie auch mit dem Piano benutzen, wobei er sich diesmal eher im Hintergrund hielt und das Quartett mit seiner Arbeit am Flügel zusammenhielt.

Auch diesmal habe ich mir beide Sets gegönnt und konnte während der Pause kurz mit einem gut gelaunten Eric Harland an der Bar plaudern. Zum zweiten Set mischten sich übrigens Anke Helfrich nebst Schlagzeuger Dejan Terzic unters Publikum.

Ein äusserst gelungener Abend, über den ich hiermit verspätet berichte, an den ich mich aber sehr oft erinnere und das beweist, wie gut er tatsächlich war.

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Allgemein &postaweek2011 | 07 Mai 2011

Little Brother Superstar

Stop Big Brother

Ob jetzt der Grosse oder der Kleine Bruder schaut, ist untergeordneter Natur.

Langsam scheint das Thema Überwachung hier zum Dauerbrenner zu werden, daher die Bezeichnung Superstar. Wiederum trudelte über die mobile Ausgabe der Tageszeitung Der Bund eine Meldung zur Überwachung des öffentlichen Raumes ein.

Videoüberwachung in Echtzeit soll nun in der Schweiz möglich werden. Diese soll allerdings nur zu Sportveranstaltungen stattfinden – vorerst.

Viel interessanter ist aber in diesem Zusammenhang der Entscheid des Bundesgerichts, das im Kanton Bern die live Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen ermöglicht, an denen bereits Straftaten begangen wurden, oder dies zu erwarten ist. Und Letzteres lässt einen gewissen Auslegungsspielraum frei, der die ganze Sache brisant macht.

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Allgemein &postaweek2011 | 30 Apr 2011

“Kleiner Bruder” an schweizer Schulen

Ein weiterer Nachtrag zu Cory Doctorows Science-Fiction “Little Brother“, der mittlerweile in der Realität anzukommen scheint.

Wer sich das packende Werk mit brisantem Hintergrund noch nicht zu Gemüte geführt hat – ich habe mich auf diesem Weblog bereits eingehend damit beschäftigt – sollte dies schleunigst nachholen. Es ist unentgeltlich. Die Auseinandersetzung damit jedoch alles andere als umsonst.

Kurzum: In “Little Brother” wird ein Überwachungsstaat aus Sicht eines Schülers geschildert, der uns in Bälde zu blühen droht. Gemäss dem Motto: Die Privatsphäre schwindet und gute Manieren entstehen, ereilte mich heute über die mobile Ausgabe der schweizer Tageszeitung “Der Bund” die Mitteilung, dass nun im Kanton Bern das erste Schulgelände mit Kameras überwacht werden soll.

Der Entschluss wurde aus pragmatischen Gründen heraus getroffen. Die nächtlichen Randalierereien auf dem Gelände waren einfach zuviel des Guten und so sollen die deutlich gekennzeichneten Videokameras eher abschreckende Wirkung zeigen. Ebenso abschreckend ist allerdings auch die Tatsache, dass die Videodaten 100 Tage lang gespeichert werden sollen, was übrigens der Strafantragsfrist bei Offizialdelikten entspricht.

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Jazz &postaweek2011 | 24 Apr 2011

Ahmad Jamal – Marians Jazzroom Bern Innere Enge 2011-04-09

Marians Jazzroom

Der Jazzkeller.

Über Marians Jazzroom habe ich mich ja anlässlich des Konzerts von Anke Helfrich bereits ausgelassen. Nachdem nun Ahmad Jamal anlässlich des Internationalen Jazzfestivals Bern quasi direkt vor die Haustüre kommt, entschloss ich mich sehr früh Karten für beide Sets zu erwerben.

Ahmad ist mir noch nicht so lange von seiner CD A Quiet Time bekannt. In nahezu der gleichen Besetzung kam das Quartett nach Bern: Ahmad Jamal, p; James Cammack, b; Herlin Riley, dr (auf der CD Kenny Washington) und Manolo Badrena, per.

Kurzum, wem die neueste CD Vergnügen bereitet, der ist auch bei einem Live Konzert bestens aufgehoben. Die Musiker hatten allesamt einen Heidenspass und fühlten sich sichtlich wohl in der Inneren Enge. Ahmad Jamal ist hierbei besonders beeindruckend. Auf Fingerzeig kommandiert er seine Mitstreiter, ruft hin und wieder “Cut!” und äussert seine Zufriedenheit mit einem “Yeah, yeah!“.

Jamal, mittlerweile 80-jährig spielt äusserst virtuos, jedoch mit Ecken und Kanten und explodiert bisweilen aus dem Nichts heraus. Da macht es Sinn, den Percussionisten Manolo Badrena als Gegenpol einzusetzten, was meist auch hervorragend gelingt. Ab und an jedoch, wären mir die Stücke in einer Trio-Version lieber gewesen.

Beide Sets dauerten je ca. eineinhalb Stunden und waren in ihrer Zusammensetzung gleichwertig. Die Stücke des ersten Sets gefielen mir besser, im zweiten Set spielten hingegen die Musiker (noch) besser.

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Allgemein &postaweek2011 | 14 Mrz 2011

Marco Tschirpke Flügelstürmer – Schweizpremiere – La Capella Bern – 2011-03-11

Das Konzert mit Marco Tschirpke zählte zum krönenden Abschluss des Geburtstags meiner Frau. Teil eins befindet sich auf meinem WP.com Weblog “Weissblaue Noten”.

Am frühen Freitagabend ging es nach Bern hinein zum La Capella, das sich etwas peripher befindet. Die Anreise verläuft problemlos mit Bus oder Bahn. Individualverkehr ist weniger empfehlenswert.

Die Kleinkunstbühne befindet sich – der Name deutet es bereits an – in einer renovierten und umgebauten Kapelle. Die Akustik ist demnach recht gut. Tschirpkes Flügel klang auch ohne Verstärkung brillant, die Mikrophonanlage für Sprache und Gesang war leider weniger hochwertig. Vielleicht waren aber daran auch die Bühnenmonitore schuld – wir hatten Plätze in der ersten Reihe.

Das Programm “Flügelstürmer” lässt sich auf unterschiedliche Weisen erschliessen:

Mir gefiel besonders das Klavierspiel. Mit längeren Stücken könnte allein ein Liederabend bestritten werden.

Meine Frau hingegen legte mehr Wert auf die Komik, Gedichte, Anekdoten und Pointen, bei denen sich öfters die Frage stellt, warum das jetzt überhaupt lustig war – ein äusserst feinsinniger Humor.

In Kombination ergab es einen kurzweiligen Abend mit ca. zweistündigem Programm. Marco Tschirpke ist unserer Meinung nach uneingeschränkt all jenen zu empfehlen, die einmal eine andere und anspruchsvolle Unterhaltung suchen – es muss ja nicht immer nur Komödie oder Jazz sein.

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Jazz | 21 Okt 2010

Doubledrums & Horns – BeJazz Saisoneröffnung 2010/11 – 2010-10-15

Wo ist bloss die Zeit geblieben? Vor lauter Zipperlein, Unpässlichkeiten, Uneinigkeiten und Unlustigkeiten habe ich seit April kein Konzert mehr besucht – gut, ich habe drei Stunden als Co-Moderator bei Radio RaBe verbracht – aber das ist nicht ganz das Selbe. Letztens flatterte jedenfalls Post vom BeJazz Verein, bei dem ich seit Frühling dieses Jahres Mitglied bin, ins Haus, mit der Bitte, die Mitgliedschaft für die kommende Saison (diesmal 60,- CHFr) zu bezahlen – Flyer des neuen Programms inklusive.

Vidmarhallen

Die Vidmarhallen im Frühling - gegen Ende der letzten BeJazz Saison (das Datum der Kamera ist falsch - es war am 22ten April).

Die Gebühr wurde bezahlt, das Programm an den Kühlschrank geheftet und vergessen, obwohl ich das Auftaktkonzert zu gerne besuchen wollte. Umso überraschender war es, dass ich es spontan doch noch einrichten konnte, knapp eine Stunde vor Konzertbeginn loszufahren, eine Viertelstunde vorher da zu sein und immer noch einen guten Platz zu bekommen. Zwei Punkte störten mich bei meinem ersten BeJazz Besuch im April: Der Klang klingt arg nach Jazzclub und somit etwas unakzentuiert, leicht verwaschen und dünn. Die tragende Betonsäule direkt vor der Bühne ist etwas unglücklich platziert, wenngleich aus Gründen der Statik unumgänglich, und trägt auch nicht zur Verbesserung der Akustik bei. Sehr erfreulich ist es jedoch, dass ebendiese Säule während der Sommerpause durch eine schlanke Stahlsäule ersetzt wurde. Was den Klang angeht, werde ich versuchen das nächste Mal einen Platz neben dem Mischpult oder auf der Empore zu bekommen.

Zum Konzert nun selbst ist zu sagen, dass die Kombination aus doppeltem Schlagzeug (Dominic Egli, Simon Frankhauser), drei Holzbläsern (Tenorsaxophon – Araxi Karnusian, Clarinette – Domenic Landolf, Bassclarinette – Lukas Roos) und zwei Blechbläsern (Matthias Spillmann – Trompete und Flügelhorn, Silvio Cadotsch – Posaune) allein mein Interesse geweckt hatte – ein Miniaturorchester eben, das treffenderweise  überwiegend Miniaturen vorträgt. Allein eine Bassclarinette ist sehens- und hörenswert, sieht sie doch aus wie ein in die Länge gezogenes Saxophon aus Lakritze, klingt auch so und selbst der Clarinettist sah beim Spielen so aus, als ob er aus Lakritze bestünde. Die ersten paar Miniaturen fand ich etwas schräg, danach hatten sich aber die Musiker und mein Gehör aufgewärmt und es wurde ein gelungener Saisonauftakt.

Zwei Schlagzeuger können mehr Druck aufbauen und differenzierter agieren als einer alleine, Sinn macht es, dieser fetten Rhythmusgruppe die geballte Kraft an Hörnern entgegenzusetzen und so funktioniert das Miniaturorchester auch ohne Piano und Bass überraschend gut. Um sich einen guten Eindruck von dieser Combo zu verschaffen, kann die Myspace-Seite des Miniaturorchesters besucht werden, auf der einige Miniaturen zu hören sind. Das folgende Video ist dort auch zu finden.

Anschliessend an das Konzert folgte gegen 22:30 das Jazzparkett, bei dem DJ Welldone blaue Noten für Tanzbeine auflegte. Leider fand ich keine Zeit zum weiteren Verweilen, sondern bin gleich zur S-Bahn gesaust, war ca. eine knappe Stunde später wieder zuhause und musste auch nicht länger als nötig auf dem wenig malerischen S-Bahnhof in Liebefeld verweilen.

S-Bahnhof Bern Liebefeld

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Allgemein | 30 Aug 2010

Augmented Tageszeitung



Augmented Reality
Originally uploaded by Dominik W. Neuffer

Nun ist mittlerweile auch in meiner kleinen Welt die Angereicherte Realität (Augmented Reality – AR) in Form einer Zeitungsanzeige angekommen. Um die Wirklichkeit anzureichern, muss eine spezielle URL mit dem Web-Browser aufgerufen werden – Webcam vorausgesetzt. Ist das Shockwave-Plugin und das Xtra für die AR installiert, baut sich auf der Zeitungsseite ein Häuschen zusammen. Das ganze wirkt noch etwas hölzern und archaisch, lässt aber schon erahnen, wie sich die AR in unser tägliches Leben einschleichen wird.

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Allgemein | 01 Aug 2010

TomZoff MC

Euer demütiger Weblog-Autor – nicht sicher, ob er TomZoff hinterher soll (v.l.n.r.)

Radio RaBe, das ist der kleine schnucklige Berner Sender, bei dem die Hörer ihre Lieblingsmoderatoren persönlich kennen. So konnten alldie, die den 70-80-90 Mambo Moderator aka. TomZoff noch nicht kannten, dies beim TomZoff MC (Mambo/ Montag oder Mofa Club) am letzten Samstag nachholen. Ein Post Töffli habe ich auch schon angeboten bekommen – also doch Mofa Club?

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Allgemein | 11 Mai 2010

70-80-90 Doppelmambo


Gestern war ich im Studio des Radio Berns – Radio RaBe salopp gesagt. Abwechselnd haben DJ TomZoff und ich als mein alter ego Hank aus unserem Plattenfundus aufgelegt. Wenn das Radioarchiv richtig funktioniert, kann die Sendung unter folgendem Hyperlink abgerufen werden.

http://beemy.catatec.ch:554/ramgen/2010.rm?start=13:00:00

Die Monsterfrage wurde übrigens mit Bravour beantwortet.

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Jazz | 24 Apr 2010

Rusconi Groove Jazz – CD-Releasetour “It’s a Sonic Life” – BeJazz Club Bern 2010-04-22

Genaugenommen habe ich gerade gar keine Zeit für dieses Post und ebensowenig hatte ich Zeit für dieses Konzert, aber wenn ich auch dieses Jahr wieder deutlich in den zweistelligen Bereich an Konzertbesuchen kommen möchte, bedeutet das mindestens ein Konzert pro Monat, zumal dieses quasi direkt vor der Haustüre in Bern/ Liebefeld in den Vidmarhallen (dem Gelände einer ehemaligen Tresorfabrik) stattfand – Anreisezeit ca. eine dreiviertel Stunde (zurück jedoch deutlich länger). Weiterhin ausschlaggebend war, dass mit Rusconi ein junges schweizer Pianotrio nach Bern kam, das schon über eine enthusiastische Fangemeinde verfügt und mit “It’s a Sonic Life” bereits die vierte CD veröffentlicht hat.
Der BeJazz Club selbst fasst vermutlich gut 200 Zuschauer und ist selbst ein Verein, der auf seine Mitglieder (Migliedschaft pro Konzertsaison) angewiesen ist. So ist es nicht überraschend, dass mir gleich an der Kasse eine reduzierte Mitgliedschaft (30,- statt 60,- SFr.) für die verbleibende Saison (Ende Anfang Juni) verpasst wurde. Das Konzert selbst hätte 25,- SFr. Eintritt gekostet. Für mich als Mitglied war der erste Eintritt frei und bei Besuch des nächsten Konzerts im BeJazz Club (ich muss ja schliesslich meinen Schnitt halten), habe ich vergünstigten Einlass und den anfänglichen Mehraufwand wieder kompensiert.
Das neue Album “It’s a Sonic Life” orientiert sich am Noiserock-Künstlerkollektiv Sonic Youth, jedoch ist es nicht vonnöten mit dem Material dieser Musiker vertraut zu sein, sondern ist sogar u.U. laut Stefan Rusconi eher vorteilhaft.
Rusconi – Stefan Rusconi (p), Fabian Gisler (b), Claudio Strüby (dr) – lebt von der Gleichberechtigung der Band-Mitglieder und so spielten die Musiker meistens im Kollektiv als im Dialog oder Solo, jeder sein Instrument aber auf sehr individuelle Weise. Die Stücke selbst waren tatsächlich sehr groovig, wenngleich teilweise ebenso gewöhnungsbedürftig – gerne hätte ich mir eine CD mitgenommen, hatte jedoch leider nicht das nötige Kleingeld einstecken. Das Piano klang für meine Geschmack leider ewas dumpf, was aber nicht daran lag, dass Stefan Rusconi es auf unterschiedliche Weise (Wäscheklammern, Knetmasse, Stoff, Luftballon, Papier, CD-Hülle,…???) während seines Spiels präparierte. Beide Sets dauerten zusammen knapp zwei Stunden und zum Abschluss gab es One Up Down Left Right (Titelstück des Vorgängeralbums) als eine von zwei Zugaben.

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