Abdullah Ibrahim “Ekaya” – Kultur-Casino Bern 2010-03-14

Foto der Bühne von schlechter Qualität, vom guten Sitzplatz aus aufgenommen
Zugegebenermassen kannte ich die lebende Legende Abdullah Ibrahim (ehemals Dollar Brand) bis jetzt kaum. Auf KSDS gabe es einige Stücke zu hören, die mir recht gut gefallen haben. Und nachdem sich bereits Ende November reges Interesse an den Karten zeigte, beschloss ich am 2009-11-19 die recht saftigen 75,- SFr für eine Karte der zweiten Kathegorie (jedoch meiner Meinung nach für einen Platz der besten Kategorie – zweite Reihe Mitte) auszugeben, zumal das Konzert quasi vor der Haustüre stattfand und dafür kein eingehendes Studium von Fahrplänen vonnöten war.
Das Kultur-Casino befindet sich in Berns Zentrum, nahe der bekannten Zytglogge, ist nicht zu verfehlen und vom Bahnhof aus in ca. 10 Minuten zu Fuss bequem erreichbar – eine Tram fährt auch dorthin.
Kurz nach 18 Uhr öffneten sich die Türen zum Grossen Saal und eine gute Stunde später begann das Konzert. Abdullah Ibrahim eröffnete den Abend mit einer Solo-Nummer am Klavier, leider schepperte bei einigen Anschlägen dabei die Snaredrum des Schlagzeugs mit – das einzige marginale Manko des Abends. Das zweite Lied des Abends erfolgte in klassischer Piano-Trio-Besetzung (Beldon Bullock b, George Gray dr), bis letztlich zum dritten Stück der Bläsersatz (Cleave Guyton as/ fl, Keith Loftis ts, Andrea Murchison trb und Jason Marshall bar) die Bühne betrat und die Formation “Ekaya” komplettierte. In dieser Besetztung spielten die Musiker diszipliniert und auf höchstem Niveau knapp weitere drei Stunden ohne Pause durch.
Besonders der Bläsersatz vermochte zu beeindrucken, da jedem Musiker etliche Soli zuteil wurden. Abdullah Ibrahim agierte hierbei mehr als Arrangeur, liess das Piano an etlichen Stellen stumm, um den Bläsern ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Grosses Lob auch an den Bassisten Beldon Bullock und George Gray am Schlagzeug, die durch ihr präzises Spiel die Formation wie ein Uhrwerk zusammenhielten und meinem Empfinden nach kaum Zeit hatten zu pausieren. Zusätzlich verstärkt wurden übrigens nur Bass und Piano, alle restlichen Instrumente wurden von der ausgezeichneten Akkustik des Saales getragen.
Zum Abschluss würdigte das Publikum diesen rundum gelungenen Abend mit stehenden Ovationen und nach vier Zugaben, kurz nach 23 Uhr, fragte ich mich wo bloss die Zeit geblieben ist.


on 28 Mrz 2010 at 18:47 1.ghost said …
Bombella ist interessant, weil er tatkräftige Unterstützung von der WDR Big Band bekommt, allen voran den Saxophonen.
http://www.wdr.de/radio/orchester/bigband/index.html
Modern Creative ist wirklich gut, um gemütlich den Sonntag zu beginnen und ausklingen lassen.
on 07 Nov 2010 at 16:26 2.dominik said …
Die WDR Big Band hat auch schon Al Jarreau tatkräftig unterstützt.