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Archiv für März, 2010

Jazz | 19 Mrz 2010

Abdullah Ibrahim “Ekaya” – Kultur-Casino Bern 2010-03-14

Kultur-Casino Bern - Grosser Saal
Foto der Bühne von schlechter Qualität, vom guten Sitzplatz aus aufgenommen

Zugegebenermassen kannte ich die lebende Legende Abdullah Ibrahim (ehemals Dollar Brand) bis jetzt kaum. Auf KSDS gabe es einige Stücke zu hören, die mir recht gut gefallen haben. Und nachdem sich bereits Ende November reges Interesse an den Karten zeigte, beschloss ich am 2009-11-19 die recht saftigen 75,- SFr für eine Karte der zweiten Kathegorie (jedoch meiner Meinung nach für einen Platz der besten Kategorie – zweite Reihe Mitte) auszugeben, zumal das Konzert quasi vor der Haustüre stattfand und dafür kein eingehendes Studium von Fahrplänen vonnöten war.
Das Kultur-Casino befindet sich in Berns Zentrum, nahe der bekannten Zytglogge, ist nicht zu verfehlen und vom Bahnhof aus in ca. 10 Minuten zu Fuss bequem erreichbar – eine Tram fährt auch dorthin.

Kurz nach 18 Uhr öffneten sich die Türen zum Grossen Saal und eine gute Stunde später begann das Konzert. Abdullah Ibrahim eröffnete den Abend mit einer Solo-Nummer am Klavier, leider schepperte bei einigen Anschlägen dabei die Snaredrum des Schlagzeugs mit – das einzige marginale Manko des Abends. Das zweite Lied des Abends erfolgte in klassischer Piano-Trio-Besetzung (Beldon Bullock b, George Gray dr), bis letztlich zum dritten Stück der Bläsersatz (Cleave Guyton as/ fl, Keith Loftis ts, Andrea Murchison trb und Jason Marshall bar) die Bühne betrat und die Formation “Ekaya” komplettierte. In dieser Besetztung spielten die Musiker diszipliniert und auf höchstem Niveau knapp weitere drei Stunden ohne Pause durch.
Besonders der Bläsersatz vermochte zu beeindrucken, da jedem Musiker etliche Soli zuteil wurden. Abdullah Ibrahim agierte hierbei mehr als Arrangeur, liess das Piano an etlichen Stellen stumm, um den Bläsern ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Grosses Lob auch an den Bassisten Beldon Bullock und George Gray am Schlagzeug, die durch ihr präzises Spiel die Formation wie ein Uhrwerk zusammenhielten und meinem Empfinden nach kaum Zeit hatten zu pausieren. Zusätzlich verstärkt wurden übrigens nur Bass und Piano, alle restlichen Instrumente wurden von der ausgezeichneten Akkustik des Saales getragen.
Zum Abschluss würdigte das Publikum diesen rundum gelungenen Abend mit stehenden Ovationen und nach vier Zugaben, kurz nach 23 Uhr, fragte ich mich wo bloss die Zeit geblieben ist.

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Jazz | 09 Mrz 2010

Bob James – begeistert gesampelter Fusion Jazz


Letzten Samstag Morgen hatte ich einen denkwürdigen Augenblick. Ich hörte gerade “Steppin’ Out” mit Christina Perez auf KSDS, als ich in einem Lied das einprägsame Thema von Adam Fs Circles vernahm. Es handelte sich dabei um ein Sample aus Westchester Lady von Bob James, ein Fusion Jazz Musiker, dessen Werke bereits seit Jahrzehnten kontinuierlich von z.B. Run-DMC, Grandmaster Flash, Beastie Boys, Kruder & Dorfmeister, Röyksopp oder dem Wu-Tang Clan gesampelt und wiederverwertet werden, um nur einige zu nennen. Etliche Alben, in denen diese Samples verwendet werden, befinden sich auch in meinem Besitz. Grund genug, die Werke dieses uncoolen Mannes mit Brille und Vollbart ;) etwas genauer zu betrachten.

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Jazz | 01 Mrz 2010

Vibra-, Bala-, Litophon

Ich steh’ ja unheimlich auf diesen leicht angestaubten Vibraphon-Klang oder “the vibes”, wie dieses dennoch relativ junge Instrument (ca. 1920) im Jazz genannt wird. Gary Burton oder auch Steve Hobbs sind hier ganz grosse Virtuosen.

Vorfahr’ vom Vibraphon ist die Marimba; ein noch älteres und gestimmtes Schlaginstrument aus Holz, der Grossvater des Vibraphons quasi, ist das Balafon. Und dafür, dass es so alt ist, fetzt es noch recht ordentlich.

Das Prinzip der gestimmten Schlaginstrumente ist jedoch noch viel älter und reicht vermutlich bis in die Steinzeit, das Litophon.

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